Hundert Jahre nach den letzten Tagen

Fronttheater bei den Salzburger Festspielen: Der Erste Weltkrieg als Schauspiel-Generalthema


THEATERKRITIK: WOLFGANG KRALICEK

Feuilleton, FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Es ist jetzt auch schon wieder 100 Jahre her, dass die letzten Tage der Menschheit angebrochen sind. Und weil das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele im Gedenkjahr fast ausnahmslos im Zeichen des Ersten Weltkriegs steht, führte an den "Letzten Tagen der Menschheit" natürlich kein Weg vorbei -obwohl Karl Kraus' Großes Wiener Weltkriegstheater aus guten Gründen als unspielbar gilt.

Die 220 Szenen der 1922 erschienenen Tragödie umfassen -je nach Ausgabe -600 bis 800 Druckseiten, eine ungekürzte Aufführung würde "etwa zehn Abende umfassen", schätzte der Autor. Das Problem ist aber weniger der schiere Umfang -es werden ja auch 1000-seitige Romane aufgeführt -als der Charakter des Textes: Die Dramenform bildet nur den Rahmen für eine Sammlung szenisch aufbereiteter Kommentare, die Kraus aus Zeitungsartikeln und anderen Originaltexten montiert hat ("die grellsten Erfindungen sind Zitate").

Für die Schauspieler bedeutet das, dass sie die Gänsefüßchen, unter denen ihre Figuren

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