Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Spielerische Rekrutierung: Hacker im Dienste des Guten gesucht

Politik | RUTH EISENREICH | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Von 350 auf 12.000 Fälle in sechs Jahren: So rasant ist laut Franz Lang, dem Leiter des Bundeskriminalamts, die Computerkriminalität in Österreich zuletzt gestiegen. Der Republik, aber auch österreichischen Firmen mangelt es an Computersicherheitsexperten, die es damit aufnehmen können.

Seit 2012 setzt die Republik bei der Personalsuche auf das menschliche Bedürfnis, zu spielen und sich mit anderen zu vergleichen: Gemeinsam mit dem Verein Cyber Security Austria richten Innen-und Verteidigungsministerium einen Wettbewerb für computeraffi ne junge Menschen aus.

Letzte Woche zogen die Veranstalter für die Presse eine Zwischenbilanz: 388 Schüler und Studenten haben bei der diesjährigen "Cyber Security Challenge" mitgemacht. Sie mussten online neun Aufgaben lösen, die jeweils zehn besten Schüler und Studenten werden im September, auf Fünferteams aufgeteilt, am Finale teilnehmen.

Die Finalsieger schickt die Republik zur "European Cyber Security Challenge" - ein hochgegriffener Name, denn obwohl mehrere Länder ähnliche Wettkämpfe haben, nehmen am europäischen Bewerb nur Österreich, Deutschland und die Schweiz teil.

Die österreichischen Sieger jedenfalls bekommen neben Laptops auch die Chance auf Praktika im Innenoder im Verteidigungsministerium - schließlich will die Republik, dass die jungen Geeks ihr Können für ihre Zwecke einsetzen.

Ob der Plan aufgeht? Bernhard Grill, 26, Informatikstudent, Mitarbeiter einer österreichischen Antivirenfirma und schon zum zweiten Mal Finalist, kann sich nur schwer vorstellen, später für ein Ministerium zu arbeiten. Seine Traumarbeitgeber sind Google und Microsoft, beim Wettbewerb macht er "just for fun" mit.

Ganz nebenbei zeigt der Wettbewerb auch, wie männlich dieses Feld noch immer besetzt ist: Im dritten Jahr waren (laut Eigenangabe, denn online wurde unter Nicknames gespielt) erstmals auch Frauen unter den Teilnehmern: vier von 388. F


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