Der Gaza-Krieg in Bischofshofen

Bei einem Fußballmatch stürmen Jugendliche das Spielfeld und attackieren israelische Kicker. Was ist los mit den Austrotürken?

Politik | ANALYSE: RUTH EISENREICH | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Seit Ende Juli kennt man die Salzburger Kleinstadt Bischofshofen sogar bei BBC und CNN. Das verdankt sie einem Match am örtlichen Fußballplatz: Der OSC Lille führt gerade 2:0 gegen Maccabi Haifa, als plötzlich eine Gruppe Jugendlicher mit Palästinaflaggen aufs Feld stürmt und sich mit den israelischen Spielern prügelt. Es sind keine Neonazis, sondern Teenager mit türkischen Wurzeln.

Wenige Tage zuvor protestieren in Wien 11.000 Menschen gegen den Gaza-Krieg. Neben "Freiheit für Palästina" und "Gaza muss leben" sind auch Transparente zu sehen, die weit über Kritik an der israelischen Politik hinausgehen: Demonstranten rufen zur Intifada auf, der Davidstern wird mit dem Hakenkreuz gleichgesetzt, eine Fotomontage des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu spielt auf die Ritualmordlegende an, derzufolge Juden das Blut nichtjüdischer Kinder trinken würden (siehe Foto rechts). Der Organisator der Demo: die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD).

Hat die türkischstämmige


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