"Langsam ändert sich der Ton"

Der Sozialpädagoge Livinus Nwoha über Missverständnisse am Krankenbett, ungeduldige Ärzte und ein Attest: "Afrikanische Krankheit"

Steiermark | INTERVIEW: GERLINDE PÖLSLER | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014


Foto: J.J. Kucek

Foto: J.J. Kucek

Menschen, die zugewandert sind, sind häufiger übergewichtig und haben öfter Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vor allem psychisch erkranken sie viel öfter als andere – und sie sterben sogar früher, sowohl im Vergleich zu Nicht-Zuwanderern als auch zu ihren eigenen Eltern. Livinus Nwoha, geboren in Nigeria, Wirtschafts- und Sozialpädagoge und Gründer des Vereins Ikemba, hat dieses Problem längst erkannt. Er sieht Handlungsbedarf sowohl bei den Migranten als auch im Gesundheitssystem: „Unwissen, Vorurteile, sprachliche und kulturelle Unterschiede führen im Sprechzimmer und am Krankenbett oft zu Unverständnis und Missverständnissen. Das medizinische Personal erlebt den Kontakt mit Migranten oft als frustrierend – und diesen geht es genauso.“ Mit dem Projekt „Health Literacy 4 Everyone“, finanziert unter anderem von Gesundheitsministerium, Land Steiermark und Stadt Graz, soll sich das ändern.

Falter: Zugewanderte weisen in Österreich eine geringere Lebenserwartung auf. Migrantinnen und ihre Kinder haben besonders häufig Übergewicht. 47 Prozent aller jungen männlichen Migranten rauchen, die 30 Prozent der übrigen Burschen. Woher kommen diese enormen Unterschiede?


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