Punkterl Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Der Schweizer Autor Urs Mannhart hat ein Buch geschrieben, es heißt "Bergsteigen im Flachland", und die Kritiken loben es als "bildstarkes Epos"(Berner Zeitung), als "packend" und "episch ausgreifend" (Neue Zürcher Zeitung).

Jetzt ist aufgeflogen, dass Mannhart vor allem packend und episch abgekupfert hat, nämlich vom österreichischen Kollegen Thomas Brunnsteiner. Ohne Zustimmung hat der Schweizer dem Österreicher nicht nur Ideen gestohlen, sogar dieselben Personen, die schon Jahre zuvor in Brunnsteiners Reportagen zu Wort kamen, tauchen in Mannharts Roman auf. Und überraschenderweise sagen sie genau dasselbe. Er fühle sich, als wäre bei ihm eingebrochen worden, sagt der beklaute Brunnsteiner. Schreibtischtäter Mannhart hingegen beteuert, der Roman sei eine explizite Hommage an Brunnsteiner. Warum er weder die Quelle angab noch Brunnsteiner um ein Einverständnis bat, könne er sich nicht erklären.

Die Welt ist so schlecht geworden, man muss sich sogar schon vor einer Hommage fürchten.


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