Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Im Stadtleben-Ressort geht’s zu wie in einem Wetterhäuschen: Ist der/die eine drin, ist der/die andre draußen. Wurme ist jetzt wieder da, also hat die Witti Urlaub (ich schreib das nur wegen dem Sound - kein Mensch sagt "Witti“). Wurme hat in der Redaktion übrigens dasselbe an wie gestern beim Dance: Bermuda-Shorts mit tiefgelegtem Hosenboden und Rautensocken zu New-Balance-Sneakers. Die Däns-Piepl sind so drauf: Die gehen ins Akademietheater, als würde dort Henry Rollins spielen oder ein Beachvolleyballturnier stattfinden. Pädagogisch ist bei denen ja so manches aus dem Ruder gelaufen, deswegen werden die auch eigens drauf aufmerksam gemacht, dass eine für 21 Uhr angesetzte Tanzperformance tatsächlich um 21 Uhr beginnt und dass es auch keinen "Nacheinlass“ gibt. Nacheinlass -das Wort muss für die Däns-Piepl erfunden worden sein, die dann auch noch eigens um 20.45 Uhr mit Handglocke herbeigeschellt wurden, damit sie es bis 21 Uhr auf ihre Plätze schafften. Die Differenz in der Korrelation zwischen Genrepräferenz und Zeitmanagement ist schon interessant. Am ärgsten natürlich sind die Pop-Piepl: Bevor jemand auf der Bühne steht, haben die ewig Zeit, sich ins Halbkoma zu trinken oder sich eine Nudelsalatvergiftung abzuholen. Wohingegen die Klässik-Piepl genau wissen: Beginn 19.37 Uhr, Pause: 20.12 Uhr, Ende der ganzen Sause zwischen 21.15 Uhr (ohne Garderobe) und 21.22 Uhr (mit); Tischchen für 21.30 Uhr reserviert, Weinchen um 21.42 Uhr auf eben diesem. Geht man nach den Redaktionssitzungen, sind beim Falter fast alle Däns- oder Pop-Piepl.


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