Der Dschihad in Wien

Politik | Bericht: Tyma Kraitt | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014


Foto: Archiv

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Das Smartphone richtet die junge Dame auf den Spiegel und posiert für ihre Follower im Internet. Die blauen Augen sind stark geschminkt. Ein scheinbar ganz gewöhnliches Teenagermädchen beim Knipsen eines Selfies. Doch diese junge Frau trägt den Niqab, den Vollschleier arabischer Musliminnen. Glaubt man zahlreichen Zeugenaussagen und Szenekennern, dann handelt es sich bei der Person um Sabina Selimović – das ist jene bosnischstämmige Wienerin, die zusammen mit ihrer Freundin Samra Kesinović im April Wien in Richtung Syrien verlassen hat. Vergangene Woche präsentierte sie im sozialen Netzwerk Instagram stolz ihr neues Leben. Sabina und Samra sind jetzt Dschihadistinnen, sie kämpfen für das vermeintliche Kalifat in Syrien und im Irak.

Seit dem vieldiskutierten Fall der beiden Wiener Teenagerinnen, 15 und 16 Jahre alt, hat man erkannt, dass das Thema Dschihad auch in der österreichischen Gesellschaft angekommen ist. Der Krieg im Zeichen des angeblichen Glaubens fasziniert viele Jugendliche in Österreich – Männer wie Frauen, mit und ohne Migrationshintergrund. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung zählte im Juni rund 100 Kämpfer aus Österreich, von denen allerdings 44 wieder zurückgekehrt sein sollen. „Wir ermitteln derzeit in zahlreiche Richtungen“, sagt Karlheinz Grundböck, der Sprecher des Innenministeriums.


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