Wien, Zenica, Istanbul, Aleppo: Auf dem Highway der Dschihadis

Karin Kneissl | Politik | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Auf junge Paare - er mit großer Barttracht, sie dunkel verhüllt - trifft man in Sarajevo zwischen der Altstadt und den schönen alten Moscheen inmitten einer säkularen Mehrheit ständig. Fragt man sie, ob sie Arabisch können, dann bejaht er zunächst, doch es folgt eine sehr gebrochene Konversation. Der Crashkurs in der Sprache des Korans wurde in Saudi-Arabien absolviert, in Medina erhalten viele Prediger von Albanien bis Mazedonien ihre Kurse und Stipendien. Doch Halbbildung dominiert meist, die Brocken klassisches Arabisch sind ebenso Stückwerk wie das Wissen um die Religion. Kritisches Hinterfragen lernen junge Theologen in Medina auch nicht unbedingt.

Ihre religiöse Überzeugung bekunden die Muslime in Bosnien aber aus vielen Gründen besonders deutlich. Zum einen wurden sie aufgrund ihres Glaubens und ihrer ethnischen Zugehörigkeit in den letzten Balkankriegen brutal verfolgt. So wurden loyale Jugoslawen und Teilzeitgläubige, die ihr Bayram feierten und Sliwowitz genossen,

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