Der wilde Blaue

Porträt: Benedikt Narodoslawsky | Politik | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Wolfgang Aigner war einst schwarz, dann parteilos. Jetzt ist er in der FPÖ gelandet. Warum?

Nein, er habe seine Parteikollegin damals nicht als "faule Sau“ und "Scheiß-Türkin“ beschimpft, sagt Wolfgang Aigner über den Vorwurf, der ihn beharrlich verfolgt. Bis heute ist nicht geklärt, was vor der Wiener Landtagswahl 2010 tatsächlich passierte. In einem anonymen Brief wurde der damalige ÖVP-Mandatar beschuldigt, in einer Parteisitzung verbal ausgerastet zu sein. "Ich stehe dazu, dass ich gegenüber Türken kritisch bin“, sagt Aigner, "aber das ist eine politische Intrige gewesen. Und es war für mich persönlich ganz schwer.“

Nun geht es politisch wieder bergauf mit ihm. Vergangene Woche nahm ihn die FPÖ-Familie bei sich auf. Drei Jahre lang saß ÖVP-Dissident Aigner als einziger parteifreier wilder Abgeordneter im Wiener Landtag. Ein Jahr vor der Wiener Landtagswahl schließt sich der 46-jährige HTL-Lehrer der stärksten Oppositionspartei der Stadt an. FPÖ-Chef Heinz-Christian

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