Steuerklau am Bau

Politik | Bericht: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Ein geprellter Slowake, ein arbeitsloser Österreicher, ächzende Unternehmer: wie Baufirmen Lohndumping betreiben und ihre eigene Branche ruinieren

Man kann sich den Ärger vorstellen, der in Michal hochkommt, dieses Gefühl im Bauch, wenn der Chef mit dem Ferrari auf die Baustelle fährt. Michal, der unter der Sonne schwitzt, ein gelernter Zimmermann, der einen Vertrag als Hilfsarbeiter unterschreiben musste. Zwei Euro und zwei Cent bekommt er pro Stunde. Dazu stehen noch 150 Überstunden im Vertrag, die er im Jahr gratis abarbeiten muss. Michal wird auf einer österreichischen Baustelle ausgebeutet. Und sein Auftraggeber ist die öffentliche Hand.

Um ihn nicht in Bedrängnis zu bringen, verschweigt der Falter Michals echten Namen und erwähnt die österreichische Baustelle nicht. Die Zahlen sprechen ohnehin für sich: 19 Tage zu je acht Stunden hat Michal diesen Monat geschuftet, so steht es auf seinem Lohnzettel. Michals Chef hat ihm 307,04 Euro überwiesen, dazu Zuschläge für rund


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