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Pressekolumne

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Die verstorbene Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hat sich offen zu ihrer Krebserkrankung bekannt, aber sie wollte nicht, dass ihre Krebsart bekannt wurde. Alle Medien hielten sich daran, nur der qualitätsbewusste Kurier nicht. In seiner ersten Ausgabe nach Bekanntwerden von Prammers Tod schrieb die Tageszeitung, gegen welche Art von "heimtückischem Krebs“ Prammer ihren "Kampf verloren hat“.

Österreich, dessen Herausgeber Wolfgang Fellner Kurier-Chefredakteur Helmut Brandstätter so gar nicht leiden kann, nutzte den Fauxpas gleich für einen Seitenhieb auf seinen Konkurrenten. "Österreich respektiert den letzten Wunsch der Präsidentin und ihrer Familie - im Gegensatz zum Kurier, der die Diagnose hinausposaunte“, ätzte das Gratisblatt.

Den Wunsch der Verstorbenen nicht zu respektieren ist nicht in Ordnung. Auf ihre Kosten Medienbusiness-Fehden auszutragen auch nicht.


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