Es spritzt Blut, es glühen die Synapsen


Elektroenzephalografie: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Schon lustig: Der dümmste Film des Jahres handelt von der Optimierung unseres Gehirns

Scarlett Johansson gilt in heteronormativen Kreisen als ziemlich scharfe Schnitte. Insofern ist es schon auffällig, dass sie in letzter Zeit stark zur Körperlosigkeit neigt. In Spike Jonzes "Her“ war sie nur als Stimme präsent, und in Luc Bessons jüngstem Reißer "Lucy“ trägt sie zunächst zwar halbwegs knappes Zeug, lässt im Zuge ihrer galoppierenden Vergeistigung qua drogeninduziertem Brainpower-Enhancement aber nicht nur das Schmerzempfinden, sondern schließlich überhaupt den ganzen materiellen Kram hinter sich, der Durchschnittsdodeln wie uns an die eigene Physis und das Raum-Zeit-Kontinuum fesselt.

Noch wird der Körper trainiert, geliftet und optimiert, aber vielleicht ist das alles demnächst obsolet, sofern wir nur endlich hinnemachen und unsere Hirnkapazitäten hinreichend hochfahren. Die Auffassung, dass wir diese nur zu rund zehn Prozenten nutzten, ist von Neuropsycho-, -bio-, und

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