Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Pop

Spoon: They Want My Soul

Spoon machen seit nunmehr 18 Jahren konstant gute Indierock-Alben. Das ist einerseits beachtlich und hat der Band einen Fixplatz im Referenzkatalog jüngerer Genrekollegen eingebracht, andererseits ist das ein bisschen fad. "They Want My Soul“ ist wieder so ein Album. Es ist gut, birgt aber keine allzu großen Überraschungen - außer dass die zweite Hälfte besser ist. Das irre Piano bei "I Just Don’t Understand“, der starke Titeltrack und die Synths bei "New York Kiss“ hätten eine grandiose EP ergeben.

(Indigo) NSch

Jazz

Trio 3 + Vijay Iyer: Wiring

Gemeinsam hat das aus Oliver Lake (as), Reggie Workman(b) und Andrew Cyrille (dr) bestehende Trio 3 222 Lebensjahre und einen großen Rucksack Jazzgeschichte auf dem Buckel. Als Gastpianisten hat es sich diesmal Vijay Iyer, 44, ausgesucht und mit diesem ein musikalisch recht disparates Album eingespielt, das großteils klassisches Free-Jazz-Idiom durchdekliniert, aber in eher groovebefreiter Introvertierheit (Ausnahme: Teil II von Iyers "Suite for Trayvon“) insgesamt dann doch überraschend spannungslos bleibt. (Intakt) KN

Klassik

Akademie für Alte Musik Berlin: Mozart after Bach

Dass Mozart ein genialer Komponist war, wissen wir. Kaum bekannt hingegen ist seine intensive Beschäftigung mit dem Schaffen Johann Sebastian Bachs, dessen Werk nach seinem Tod 1750 in Vergessenheit geraten war. Mozart war vom Kontrapunkt fasziniert, bearbeitete Bachs Fugen aus dem Wohltemperierten Klavier und schrieb Kompositionen in seinem alten Stil. Die Akademie für Alte Musik Berlin hat die Raritäten entdeckt und Mozart im barocken Gewand eingespielt. Ein gelungenes Doppel der Genies. (HM) MDA


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