Klassiker des Monats

Paranoia heißt jetzt Realismus

Feuilleton | Datenauswertung: Klaus Nüchtern | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Bald jeder ist ein potenzieller Terrorist: Philip K. Dicks unerwartet aktuelle SF-Story "Minority Report“ ist neu aufgelegt worden

Geheimen Dokumenten der US-Regierung zufolge, die dieser Tage publik wurden, erfasst die US-Datenbank von "bekannten oder mutmaßlichen Terroristen“ insgesamt rund 680.000 Menschen. Während die Stärke von Al-Kaida auf rund 50.000 Mitglieder geschätzt wird, umfasst die bei weitem größte Gruppe 280.000 Verdächtige und besteht originellerweise ausschließlich aus Leuten, denen keinerlei Verbindung zu einer Terrororganisation nachgewiesen werden kann. Zugleich haben die Vereinigten Staaten mehr Verdächtige auf ihre Flugverbotsliste gesetzt als je zuvor: Derzeit sind es 47.000 Personen, Präsident Barack Obama hat George W. Bush längst ausgestochen.

Aber warum den Verdächtigen bloß die Ein- oder Ausreise verweigern? Man könnte die Neugierigen Staaten von Amerika (NSA) doch wesentlich sicherer machen, wenn man potenzielle Terroristen gleich einsperrte,


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