Vom Schwarzen Meer bis zum Schwarzwald

Feuilleton | Buchbesprechung: Thomas Leitner | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Mit seiner Familiengeschichte "Das halbe Haus“ ist Gunnar Cynybulk einer der eindringlichsten Romane der Saison geglückt

Die Flut von Neuerscheinungen birgt immer auch das Risiko, dass beachtenswerte Bücher nicht genügend gewürdigt werden. So scheint es bei "Das halbe Haus“ zu gehen: Zwar hat Gunnar Cynybulk bei der Lit.Cologne die begehrte Auszeichnung "Silberschwein“ und hervorragende Kritiken erhalten. Mehr Beachtung als der Roman selbst fand indes der Umstand, dass der 1970 geborene und in Leipzig aufgewachsene Autor Leiter beim Aufbau Verlag wurde, dem zugleich traditionsreichsten und vitalsten der ehemaligen DDR.

Thematisch hätte das Buch bestens dorthin gepasst: die beiden Deutschländer kurz vor ihrem Zusammenwachsen. Der Tradition seriöser Verlage entspricht es freilich, Werke eigener Mitarbeiter außer Haus zu veröffentlichen, und natürlich darf man Dumont dieses Highlight gönnen.

Drei Generationen leben in einem halben Haus zusammen. Das ist in den 1980er-Jahren natürlich


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