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Sündig flaumige Zitronentarte

Der steirische Gourmet

Steiermark | Cafétest: Günter Eichberger | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Die Mehlschwalbe dringt als Kulturfolger tief in urbane Gebiete ein. Durch Parasiten können die Mehlschwalben zum Neubau ihrer Nester gezwungen werden. Und so ein neues "Nest“ - in Nähe des beliebten Stammsitzes "Schwalbennest“ - ist nun am Kapaunplatz.

Mehlschwalbe deutet auch auf Backwerk hin. Man kann Irene Guschnegg von der Theke aus beim Werken in der Backstube zusehen. Vor allem die flaumige Zitronentarte (€ 3,40) ist eine Gewichtszunahme wert. Die Mehlschwalbe sieht sich als Teil der "Slow Food“-Bewegung. Was nicht selber hergestellt wird, stammt von namhaften regionalen Produzenten. Der Schinken etwa von Kollar. Mit zwei Spiegeleiern kann er roh und gekocht Auftakt zu einem herzhaften Brunch (€ 4,90) sein. Da die Portionen nicht gerade üppig sind, lässt sich leicht eine Lage Rohmilchkäse (€ 2,60) nachschieben. Der ist extradünn geschnitten, ein Hauch von Käse. Glücklicher machen die Salamischeiben vom Sonnenschwein (€ 2,60). Die Unsitte, den Wein - diesfalls Weißburgunder von Menhard - zehntelweise auszuschenken (das Glas € 3,10), greift immer mehr um sich. Gewöhnungsbedürftig ist der "Lagenkaffee“ mit seinen Honig- und Karamellaromen.

Resümee

Die Mehlschwalbe (Delichon urbica) gilt in Europa als nicht gefährdet. Dasselbe ist auch dem Lokal zu wünschen.

Mehlschwalbe,

Frühstück & Süßes, Kapaunplatz 3, 8010 Graz, Tel. 0316/83 99 38, Di-So 9-18 Uhr (Sa, So Brunch bis 15 Uhr)


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