Menschen

Tut wohl wohl

Falters Zoo | Armin Thurnher, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 33/14 vom 13.08.2014

Man kann Häusern seinen Segen geben, Haustieren und wahrscheinlich auch der Hausstaubmilbe, was wahrscheinlich niemand tun würde. Diesen Mittwoch bekommen auf dem Wiener Heldenplatz Motorräder ihren Segen - und die Fahrerinnen und Fahrer, die bei der Harley-Davidson-Charity-Tour mitmachen, wohl auch. Es geht um muskelkranke Kinder, für die die Bikerinnen und Biker quer durchs Land brummeln und dabei für die Aktion "Licht ins Dunkel“ Geld sammeln. Zum Beispiel auch durch die Versteigerung einer Armbanduhr, die schon Kunstflieger Hannes Arch am Handgelenk getragen hat. Breitling-Mann Peter Kellner übergab vor Tourstart die wertvolle Uhr Ferdinand O. Fischer, dem Präsidenten des Harley-Davidson-Charity-Fonds. "Laut für die Leisen - stark für die Schwachen!“ lautet das Motto der Wohltätigkeitsfahrer.

Man muss sich gar nicht aufs Luxusmotorrad setzen, um wohltätig tätig zu sein. Man kann auch "shoppen“. So wie einige ehemalige ORF-Dancing-Stars vergangenes Wochenende in einem Outlet-Center unweit von Wien. Petra Frey, Roxanne Rapp, Biko Botowamungu, Andrea Buday, Lisbeth Bischoff und Dieter Chmelar machten als "Star-Stylisten“ auf Modeauskenner und berieten Schnäppchenjäger bei der Auswahl von Kleidungsstücken der letzten Saisonen. Aha. Und was ist da die Charity? Ein Anteil vom Verkaufserlös, erfährt man aus Parndorf, geht an die Organisation "Dancer against Cancer“.

Überhaupt nicht Charity, sondern richtig teuer wird der Song Contest. Der findet 2015 in Wien statt. Haben wir hier schon vor Wochen geschrieben und nie anders erwartet. Und was sagt die Dame, die uns das Ganze eingebrockt hat? Conchita Wurst, Gewinnerin von Kopenhagen, freut sich. Sie sei schon total aufgeregt, sagte Wurst in einer Videobotschaft (die Gute jettet sich ja momentan durch die Weltgeschichte). Der Wiener Song Contest werde fabulös, glamourös und beyond. Müssen wir nur noch in Sachen Moderation recht haben. Unser Tipp, immer noch: Dirk Stermann, Christoph Grissemann und natürlich die Queen of Austria herself. Das wäre wirklich beyond.

Markus Muliar, nach dem Café Markusplatz benannt (oder umgekehrt), das er in den Tuchlauben betreibt, hat ein Händchen für Medien. Das verdankt er einer nicht nachlassenden Fülle von Ideen. Seine neueste: Warum sollen die "Oberen Tuchlauben“ (Hausnummer 15-19) keine Begegnungszone werden wie die nahe Bognergasse im "Goldenen Quartier“? Fahrräder und Linienbusse sollen weiter fahren, Autos zu bestimmten Zeiten weiter liefern können. Muliar wohnt seit 38 Jahren in den Tuchlauben und nimmt einen stetig steigenden Verkehrslärm wahr. Seine Idee vom Shared Space wird auch von den Bezirks-Grünen geteilt; die Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel äußert sich hingegen skeptisch. Herr Muliar legt in seinem Kaffeehaus jedenfalls eine Unterschriftenliste auf.

Vielleicht muss vor dem Hard Rock Café ja auch bald eine Fuzo gebaut werden. Der Andrang bei der Wien-Filiale der amerikanischen Burgerrestaurant-Kette in der Rotenturmstraße hält sich allerdings noch in Grenzen. Was aber auch daran liegen könnte, dass die "offizielle“ Eröffnung erst noch ansteht. Ob dann Andreas Gabalier seine Lederhose besucht, die im Rock-Café ausgestellt wird? Diesen Freitag gastiert der Töchterverweigerer jedenfalls in der Krieau.

Brian Hugh Warner. Brian wer? Besser bekannt unter seinem Mädchennamen Marilyn Manson, trat der Musiker am Montag in der Arena auf. Unter freiem Himmel. Mehr dazu nächste Woche.


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