Buch der Stunde

Philosophie soll mehr erzählen, weniger erziehen

Feuilleton | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Kann man Philosophie lehren? Nicht in derselben Weise wie Physik oder Biologie, meint Michael Hampe. "Auch nach 2500 Jahren abendländischer Philosophie gibt es keine allgemeingültigen philosophischen Lehren vorzutragen" lautet seine nüchterne Bilanz.

Begriffe sind Unterscheidungsgewohnheiten und werden von Philosophen oft entgegen dem Alltagssprachgebrauch verwendet. In der Literatur hingegen kommen Erfahrungen zur Sprache, für die bisher noch nicht die richtigen Worte gefunden wurden.

Dass Hampe, der Philosophieprofessor an der ETH Zürich ist, auch erzählen kann, hat er in seinen letzten beiden Büchern bewiesen: "Das vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück" (2009) präsentierte fingierte Essays von einem Naturwissenschaftler, einer Philosophin, einem Psychoanalytiker und einem Soziologen in einer romanhaften Rahmenhandlung. In "Tunguska oder Das Ende der Natur" (2011) ließ er "untote" Philosophen verschiedenster Couleur auf einem Schiff aufeinanderprallen, um den Begriff


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