Film Neu im Kino

Ein französisch-indisches Küchenmärchen

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Die indische Familie Kadam hat ihre Heimat verloren: Nach einem Anschlag auf ihr Restaurant, bei dem die Mutter stirbt, wandert der Vater (Om Puri) mit seinen Kindern nach Europa aus. In dem südfranzösischen Dorf, in das es die sechs verschlägt, kauft er ein halb verfallenes Restaurant. Sein Sohn Hassan (Manish Dayal), der eine große Begabung als Koch aufweist, ist skeptisch, wartet doch auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Konkurrenz. Die gestrenge Madame Mallory (Helen Mirren) herrscht über diesen edlen Ort französischer Haute Cuisine, ihr Michelin-Stern ist ihr ganzer Stolz. Der Kampf um die Hungrigen, der folgt, lastet Hassan auf der Seele. Wären da nicht Marguerite, Souschefin bei Madame, und die französische Küche, die sein Interesse wecken.

Lasse Hallströms "Madame Mallory und der Duft von Curry", die Verfilmung des Romans "Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef" von Richard C. Morais, macht in der Sparte des leichtfüßig dahinplätschernden Unterhaltungskinos fast alles richtig: Gerade nicht zu oberflächlich, um zu langweilen, wechseln sich dramatische und komische, berührende und romantische Sequenzen ab. Französisch-indische Aromen umwölken appetitliche Nahrungsmittel-Close-ups und die Besetzung ist erfreulich. Selbst das superkitschige Ende passt zu diesem Küchenmärchen wie Mousse au Chocolat auf die Dessertkarte.

Zu blass ist allerdings die zweite weibliche Hauptfigur Marguerite (Charlotte Le Bon) angelegt: In Sommerkleidchen fahrradfahrend und des Nachts beim Pilzepflücken verrät die rotlippige Schöne dem hübschen Konkurrenten Geheimnisse der französischen Küche, besitzt außer ihren Karrierewünschen aber keine Facetten und entwickelt sich keinen Zentimeter weiter.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv)


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