IT-Kolumne

Digitalia

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Es ist so ziemlich die schlechteste Ausrede in der Geschichte der Videospielkultur, warum keine weiblichen Heldinnen vorkommen, in deren Rolle man im Spielverlauf schlüpfen kann. Laut dem Entwicklerstudio Ubisoft hat der Titel "Assassin's Creed: Unity" keine spielbaren weiblichen Charaktere, weil das zu teuer in der Entwicklung gewesen sei. Es koste demnach wesentlich mehr, alle Animationen und Kostüme auch für weibliche Charaktere zu erstellen. Kein Wunder, dass Gamerinnen unlängst gegen diese Ungleichbehandlung auf einer Spielemesse protestierten und hinterfragten, ob Brüste echt so schwierig sind zum Zeichnen.

Ich möchte einmal ein Videospiel sehen, in dem nur Heldinnen vorkommen und die männlichen Charaktere fehlen - mit dem Hinweis, es wäre zu teuer gewesen, auch männliche Figuren zu programmieren. Bis das passiert, ist die Botschaft von Hersteller Ubisoft klar: Frauen sind lediglich Spielerinnen zweiter Klasse.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige