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Bücher, entstaubt

Politik | MD | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Als Nike zum Teufel wurde

Naomi Klein lieferte mit diesem Beststeller aus dem Jahr 2000 eine argumentative Grundlage für die Proteste gegen die Globalisierung. Sie beschreibt in "No Logo" das Ende der Fabriksarbeit und das Entstehen der postindustriellen Arbeitswelt. Große Markenunternehmen konzentrieren ihre Ausgaben auf das Marketing, die Produktion selbst wird zur Nebensache. Schlüssig konnte Klein nachweisen, wie das Sportbekleidungsunternehmen Nike seine Produkte mit der Authentizität afroamerikanischer Elendsviertel auflud und gleichzeitig die Herstellung von Turnschuhen in Regionen auslagerte, wo es geringe Löhne und kaum gewerkschaftlichen Schutz gab. Ähnliche Mechanismen analysierte Klein beim Fastfood-Konzern McDonald's und dem Medienmulti Disney. "No Logo" war der ideale Ratgeber für die Erziehung kritischer Konsumentinnen.

Naomi Klein: Der Kampf der Global Players um Marktmacht. Ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern. Aus dem Englischen von Helmut Dierlamm. Riemann, 512 S., vergriffen


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