Prost!

Ein ausgezeichnetes Bier für ein authentisches Leben

Lexikon der Getränke. Diese Woche: "Peter, Pale and Mary" von Mikkelle

Stadtleben | MS | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Es scheint, als ob Bierbrauen längst keine monopolistisch strukturierte Angelegenheit mehr wäre. Die vielen Mikrobrauereien, die es mittlerweile gibt, beweisen es. Es kann ganz harmlose Menschen treffen, so wie das bei der dänischen Brauerei Mikkeller der Fall ist: Ein Mathe-und ein Physiklehrer haben keine Lust mehr, mittelmäßiges Bier zu konsumieren, und beschließen, anstatt in der Schule Versuche durchzuexerzieren, im privaten Keller mit Hopfen, Hefe und Malz zu experimentieren. Mittlerweile hat die in Kopenhagen ansässige Mikkeller-Brauerei eine beachtliche Größe und ein erstaunliches Sortiment erreicht. Wer sich die Website von Mikkeller anschaut, sieht: Bierbrauen ist längst zu einer Frage des authentischen Lebens geworden. Die vielen Statements und Grundsätze für ein von billigen Zwängen befreites Leben gehören zum Standardrepertoire von Bier-Corporate-Identities. Man hat keine Lust mehr auf Menschen, die keine Lust haben, exzellente Dinge zu erzeugen.

Das Bier namens "Peter, Pale and Mary" beweist das. Es ist unglaublich fruchtig, lässt den Geschmack von Zitrusfrüchten aufkommen. Gleichzeitig hat es eine Bitterkeit, wodurch selbst der leiseste Verdacht auf Biermischgetränke in den Wind geschlagen werden kann. Die bierbrauenden Mathe- und Physiklehrer sind noch dazu musikaffine Menschen. Neben "Peter, Pale und Mary" als Tribute an ein fast gleichnamiges US-Folktrio gibt es noch Grapefruit Dead (Grateful Dead) in petto. Und hübsch ist die Aufmachung ohnehin.


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