Kommentar Kriege

Ostukraine: Auch wenn die Rebellen gehen, bleiben die Probleme

Falter & Meinung | Wolfgang Sporrer | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Langsam - allzu langsam - verschwindet der Fantasiestaat "Noworossija" ("Neurussland") im Osten der Ukraine. Mit Galgenhumor spricht die Bevölkerung von "Terrorossiya".

Die ukrainische Regierung wird also bald nicht nur vor den physischen Trümmern des Donbas stehen, sondern auch vor den Trümmern ihrer bisherigen Politik gegenüber den Menschen in der Region -und sie wird etwas unternehmen müssen.

Von Anfang an hatten breite Massen in der Ostukraine nichts mit der "pro-europäischen" Kiewer Maidanregierung am Hut, enge Beziehungen mit Russland sind aufgrund der kulturellen und geografischen Nähe wichtig. Mit ukrainisch-nationaler Folklore kann man nichts anfangen. Der westukrainische Nationalheld Stjepan Bandera etwa, dem in Lemberg Statuen errichtet werden, gilt in der Ostukrainer als faschistischer Mörder. Bereits vor den bewaffneten Auseinandersetzungen gab es keinen einzigen ukrainischen Politiker mehr, der zwischen Donezk und Lugansk auch nur einen Hauch von Legitimität genoss.


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