Am Apparat Telefonkolumne

Ist eine Angelobung denn so teuer, Herr Honeder?

Politik | Interview: Joseph Gepp | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Das Bundesheer hat derart wenig Geld, dass öffentliche Angelobungen von Wehrpflichtigen vorerst abgesagt werden. Sie würden stattdessen in den Kasernen stattfinden, verkündete vor wenigen Tagen Niederösterreichs Militärkommandant Rudolf Striedinger. Der Falter fragte bei Franz Honeder, Pressesprecher des Militärkommandos Niederösterreich, nach.

Herr Honeder, wie viel kostet so eine öffentliche Angelobung?

Konkrete Zahlen darüber gibt es noch nicht. Derzeit jedenfalls prüft das ganze Bundesheer Möglichkeiten zu Einsparungen. Es darf dabei keine Denkverbote geben, solange die Einsatzfähigkeit der Truppe aufrechterhalten bleibt, sowohl bei der internationalen Friedenssicherung als auch im Katastrophenschutz.

Die meisten Tätigkeiten bei Angelobungen erledigen ohnehin die Wehrpflichtigen selbst - zum Beispiel Fahrten oder die Bedienung der Gulaschkanonen. Wie lässt sich hier viel sparen?

Es geht vor allem darum, die Rekruten zum Angelobungsort und zurück zu bringen. Diese Aufgabe haben wir bislang an Busunternehmen ausgelagert, was mit entsprechenden Kosten verbunden war.

Fürchten Sie um die Att raktivität des Bundesheers? Für einen begeisterten Soldaten ist eine öffentliche Angelobung immerhin emotional gesehen eine wichtige Sache.

Es handelt sich lediglich um eine temporäre Maßnahme. Unser Ziel ist es, so viele Angelobungen wie möglich in der Öffentlichkeit abzuhalten. Dass derzeit einige Angelobungen in den Garnisonsorten stattfinden, ist nur eine kurzfristig eingeleitete Maßnahme.

Was sind die nächsten Schritte?

Im Herbst soll ein Vorschlag des Generalstabs für längerfristige Sparmaßnahmen vorliegen. Über weitere Maßnahmen wird dann das Ministerium entscheiden.

Wie viel Geld wird man für öffentliche Angelobungen brauchen?

Hier liegen meines Wissens keine konkreten Zahlen vor.


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