Empören Sie sich, Frau Ministerin!

Familienministerin Sophie Karmasin hätte die richtigen Ideen. Wenn die ÖVP sie nur endlich machen ließe

Falter & Meinung | Kommentar: Barbara Tóth | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Es ist wirklich ein Paradoxon. Ausgerechnet Österreich, eines der reichsten Länder Europas, in dem das Familienministerium seit Jahrzehnten eine Erbpacht der "Familienpartei" ÖVP ist, hat den Anschluss an moderne Familienpolitik verloren.

Noch paradoxer ist nur, dass genau diese ÖVP sich für diese Regierungsperiode mit der Unternehmerin Sophie Karmasin eine parteifreie, moderne Familienministerin geholt hat, diese aber nicht frei arbeiten lässt.

So wird das auf Dauer nicht funktionieren, weder für die ÖVP noch für die Quereinsteigerin Karmasin.

Was ist passiert? Karmasin hat vergangene Woche eine von ihr in Auftrag gegebene Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts richtig interpretiert. Österreichs Familienpolitik sei teuer und folgenlos, lautete deren Fazit. Der Mix aus Geld-und Sachleistungen sei im Vergleich mit Vorzeigenationen wie Dänemark oder Frankreich altmodisch, weil zu viele Mittel, nämlich 80 Prozent, direkt an die Familien fließen und zu wenige in die Infrastruktur.


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