Mediaforschung

Doppelte Hilfe für doppeltes Leid und halben Hunger

Verführungskolumne

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Zwei Kindergesichter schauen einen an, das eine hell-, das andere dunkelhäutig. Dazu der Slogan: "Eines der beiden Kinder muss hungern, wenn wir unsere Hilfe nicht verdoppeln."

Was für ein Schreckensszenario! Stünde hinter diesen Sujets nicht die katholische Hilfsorganisation, fühlte man sich zu Recht leicht emotional erpresst. Neben der Caritas wirbt derzeit auch die Hilfsorganisation Care mit ähnlich drastischen Bildern. Statt Gesichtern von Kindern in Not zeigt Care Kuscheltiere, die im Dreck liegen - offenbar auf der Flucht zurückgelassen. Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit für die gute Sache ist wirklich ein harter.

Jeden August seit 42 Jahren ruft die Caritas zu Spenden auf, die meistens einem afrikanischen Land zugutekommen. Heuer ist die Situation verschärft. Nicht nur im Südsudan und in Westafrika, sondern auch in Syrien hungern Menschen.

2,9 Millionen sind bereits aus ihrem Heimatland in die Türkei, den Libanon und nach Jordanien geflohen, weitere 6,5 Millionen Syrer sind noch auf der Flucht. Das Schicksal der in den Bergen von islamistischen IS-Kriegern eingekesselten Jesiden rührte die Weltöffentlichkeit. Die Caritas rechnet mit insgesamt 9,2 Millionen Menschen, die in dieser Region Hilfe brauchen werden.

Verdoppeln Sie Ihre Hilfe!, ruft uns die Caritas zu. Statt sieben Euro gebt 14 und helft den Kindern in beiden Krisenregionen. 100.000 Euro sind das Sammelziel der Caritas Austria. Die Plakate kosten im Übrigen nichts, sie werden über Kooperationen finanziert.


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