Marcuse im Ragnitzbad

Eine bunte Künstlerrunde probte dieser Tage in Graz für eine Uraufführung beim steirischen herbst. Eine Begegnung

Steiermark | Künstlerbegleitung: Lukas Matzinger | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014


Andreas Spechtl (l.), Kristof Schreuf, Thomas Ebermann und Robert Stadlober haben in Graz ihre Auseinandersetzung mit dem Philosophen Herbert Marcuse vertieft (Foto: J.J. Kucek)

Andreas Spechtl (l.), Kristof Schreuf, Thomas Ebermann und Robert Stadlober haben in Graz ihre Auseinandersetzung mit dem Philosophen Herbert Marcuse vertieft (Foto: J.J. Kucek)

Immerhin. Elfmal sagen Thomas Ebermann, Kristof Schreuf, Andreas Spechtl und Robert Stadlober im Videotrailer zu ihrem derzeit in Arbeit befindlichen Bühnenstück „Der eindimensionale Mensch wird 50“ dieses Wort. Immerhin. Vor 50 Jahren hat Marcuse seine große Systemkritik „Der eindimensionale Mensch“ herausgegeben – das Buch, das als „Fibel der großen Weigerung“ zur ideologischen Leitschrift der neuen Linken wurde und die Studentenbewegung von 68 inspirierte. Zum runden Jubiläum bringen die vier Künstler ein, wie sie es nennen, „Konzert-Theater“ auf so einige Bühnen von Graz bis Hamburg. Uraufgeführt wird im Oktober beim steirischen herbst.

In Graz waren sie schon jetzt. Eine Woche verbrachten sie in der Steiermark, um zu proben, zu schreiben, das Stück zu entwickeln. Beherbergt waren sie in der Wohnung des zumeist in Hamburg lebenden Grazer Jazzmusikers Dieter Glawischnig im Bezirk Jakomini – die Terrasse diente außerhalb der veranschlagten Proben als Dezernat des Kunstschaffens. Abends verlegten die vier Männer ihre Klausur gerne in den benachbarten Gastgarten der Traminer Weinstube am Hauptplatz.


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