Neuerlicher Angriff eines Autors auf sich selbst

Franz Schuh hat einen abgrundtief komischen Roman geschrieben

Feuilleton | Porträt: Armin Thurnher | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014


Foto: Irena Rosc

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An journalistischen Kriterien gemessen, bin ich der absolut falsche Autor für ein Schuh-Porträt. Wir sind seit mehr als dreißig Jahren befreundet, dass wir uns trotzdem so gut wie nie sehen, gilt nicht als Milderungsgrund. Wir lassen einander stattdessen in unseren Büchern vorkommen. Was mich weiter disqualifiziert: Ich bin ein Fan und Bewunderer dieses Autors. Ich war dabei, als Schuh im Juni 1980 seinen ersten Beitrag in die Falter-Redaktion brachte, und habe ihm zu manchem Falter-Interview das Tonband hingetragen, zum alten Otto Schulmeister, dem legendären Herausgeber der Presse, ebenso wie zum Soziologen Niklas Luhmann.

Oder zum Profil-Aufdecker Gerhard Mayer, der sich mit der Redaktion und dem Herausgeber Lingens überworfen hatte und nun, im Mai 1984, ein Aufdeckungsbuch über das Profil herausbrachte. Schuh leitete das konfliktträchtige Gespräch behutsam so ein: „Allein schon, dass Anschuldigungen ihrer Art erhoben werden, eröffnet den Blick auf eine moralische und intellektuelle Misere, bei der ein jeder das Brandmal des Gegners trägt.“


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