Film Neu im Kino

Tornado auf Tape, Wind in Rewind: Desasterdokufake

Lexikon | Dr. Robnik | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Vor 18 Jahren führte der Blockbuster "Twister" die Verwüstungskraft damals noch neuer Digitaltechnik vor und stilisierte Tornados im Kerngebiet von White America zum Sozialsortierer: Im Wind war klar, wer zum Krisenüberstehen taugte - Flanellhemdpfundsbursch und loyale Kumpelin etwa; Bubis und zuviel redende Frau aus der Stadt hingegen nicht.

"Into the Storm", verdeutscht als "Storm Hunters", bringt Demokratisierungsfortschritte: Nun dürfen alle dabei sein, wenn's im US-Flachland stürmt, denn alle haben Kameras, ob im Handy oder im Dokuteam, und fragen "Did you get this?". In Trümmern verklemmte Teeniepärchen, Familienväter und andere Autobesitzer, unlustige Stuntartisten, alle filmen, reden ins Objektiv oder füllen CCTV-Aufnahmen. Auch African Americans haben kleine Rollen, einer (der Schuldirektor) dazu noch Obamas Zauderernimbus und Ohren. Aber noch mehr geht's ums und ins Auge (auch des Sturms): Das will Mockumentary sein, Film im Film; ist zwar mehr Kitsch als Blair Witch, doch mit manch irrem Anblick in lapidarem Look, etwa wenn verwehte Jumbojets tanzen oder der Obersturmjäger verlegen grinst, als es ihn im Auto über die Wolken hochbläst.

Ab Fr in den Kinos


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