Glamouröse Nachhilfe im Pfeifen

Lauren Bacall war sexy, selbstbewusst, smart - und skeptisch gegenüber den eigenen Leistungen. Mit ihrem Tod geht auch die Ära der großen Hollywood-Diven zu Ende

Feuilleton | Nachruf: Michael Omasta | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Schön, zielstrebig, gerissen - so tritt Lauren Bacall, vormals Covermodell der Illustrierten Harper's Bazaar, 1944 in die Filmgeschichte ein. Hollywood-Regisseur Howard Hawks, ihr Entdecker, versuchte sich als Svengali, trainierte ihr eine raue, tiefe Stimme an, veränderte ihre Bewegungen und schuf nebenbei jenen unnachahmlich erotischen "Look", für den die Schauspielerin berühmt wurde: das Kinn leicht nach unten gesenkt, den Blick unter verhangenen Augen auf ihr Gegenüber gerichtet und dazu noch Dialogsätze à la "You know how to whistle, don't you? You just put your lips together and blow".

Betty Joan Perske, ein jüdisches Scheidungskind aus der Bronx, ist 19, als sie in "To Have and Have Not" ihre erste Hauptrolle spielt. Im Jahr darauf heiratet sie Humphrey Bogart, ihren Partner in diesem und drei weiteren Streifen: "The Big Sleep","Dark Passage","Key Largo" - alles Klassiker des Film noir. Die nächsten 20 Jahre, erklärte Bacall nicht frei von Bitterkeit, habe sie damit zugebracht,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige