Pressekolumne

Wie gedruckt

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 34/14 vom 20.08.2014

Wir von der schreibenden Zunft wollen, dass unsere Texte gelesen werden. Im Netz-Journalismus sind gerade Dinge wie "Click-Baiting" oder "Listicles" in Mode. Also möglichst reißerische Titelzeilen formulieren oder Informationen als Aufzählung verpacken ("10 Dinge, die sie noch nie über xyz gehört haben ...").

Die Kronen Zeitung machte es am Wochenende klassisch. "Nächster innenpolitischer Paukenschlag", trommelte ein altgedienter Politik-Redakteur für die Sonntagsausgabe in die Tasten: "Die Faymann-SPÖ wieder vorne!"

Was für eine Wahnsinnszeile! Laut Krone liegt die SPÖ in der Sonntagsfrage bei 25 bis 27 Prozent, die FPÖ bei 23 bis 25 und die ÖVP bei 21 bis 23 Prozent. Dass die Schwankungsbreite bei dieser Imas-Umfrage mit 1000 Befragten bei plus/minus zwei Prozent liegt und Faymanns Führung damit eine - nun ja - sehr relative ist, muss man ja nicht extra dazuschreiben. Oder?


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