Der Direktor macht's persönlich

Das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele wurde zur Geschmackssache

Feuilleton | ANALYSE: WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Sven-Eric Bechtolf hält nicht viel von Theaterkritikern. Das hat er mit vielen Theaterkünstlern gemeinsam. Im Unterschied zu den meisten Kollegen macht sich der Salzburger Schauspieldirektor aber nicht einmal die Mühe, sein Ressentiment zu verbergen. Das macht ihn irgendwie schon wieder sympathisch. Wer sagt, dass Künstler und Kritiker Freunde sein müssen? Allerdings kommt man sich in Bechtolfs Programm als Kritiker oft ziemlich überflüssig vor.

Seine Vorgänger -von Frank Baumbauer bis Thomas Oberender - haben jeweils versucht, in Salzburg das relevante Theater der Zeit zu präsentieren. Dass sie dabei auch ihre eigenen Vorlieben eingebracht haben, liegt in der Natur der Sache. Bei Bechtolf aber hat man den Eindruck, dass sein eigener Gusto das wichtigste Kriterium ist.

Nie trug das Schauspielprogramm eine so persönliche Handschrift wie heute. Nach drei Jahren kann man ziemlich genau definieren, wie die typische Bechtolf-Aufführung aussieht. Sie ist eher verspielt als verkopft,


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