Digitalia

IT-Kolumne

Medien | INGRID BRODNIG | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Ein Anzeichen dafür, dass man der Sprache ohnmächtig ist: wenn man extra kennzeichnen muss, dass etwas Ironie ist. Viele Menschen machen das online, indem sie zu Beginn und zum Schluss ihres vermeintlich kecken Postings schreiben. Damit zeigen sie, dass sie nichts von Humor verstanden haben. Ich wette: Dieselben Menschen, die ihre Postings als kennzeichnen, kaufen auch Bücher wie "Willi will's wissen - Das große Witzebuch".

Gleich uncool ist es, dass Facebook künftig kennzeichnen will, welche Beiträge Parodie sind. Vor Artikeln von Satireportalen könnte bald der Hinweis "[Satire]" stehen, damit auch der allerdoofste User nicht darauf reinfällt. Doch genau das macht die Satire so lustig: dass sie so nah an der Realität ist, dass man sie fast glauben könnte, und dass sie zeigt, wie unreflektiert viele Menschen selbst die skurrilsten Meldungen lesen. Nach dem Motto: Es steht im Internet, es muss wahr sein!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige