Eisenberger, Butzer und K8 Hardy: Drei im Streit mit Authentizität

Steiermark | AUSSTELLUNGSBESUCH: ULRICH TRAGATSCHNIG | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Kunst ist bestenfalls eine recht authentisch wirkende Märchenwelt. Das erkannten André Butzer und Christian Eisenberger und fanden sich im Künstlerhaus zu einem Balanceakt zwischen großformatigem Minimalismus und kleinteiliger Materialorgiastik ein. Für Ersteren sorgen die schwarzweißen Bilder, mit denen Butzer alle möglichen Konstanten solider Gemäldekunst (vom geleckten Pinselduktus bis hin zur ausgeklügelten Farb-und Formkomposition) ins Jenseits schickt. Nebst Nonsens bleiben dabei auch zwei Wäscheleinen übrig: die eine schwebend leicht, die andere ein gut gewaschenes Stück Leintuch tragend, also etwas durchhängend. Der letzte Satz ist reiner Blödsinn, weil natürlich auch die Gegenständlichkeit vom Künstler längst beendet worden ist.

Wir schämen uns dafür im Apsisraum, wo Eisenberger nicht nur Stacheldraht zu einem Schmerzensmann-Porträt verbiegt, sondern auch der Verwandtschaft von "wahrem" Bild und Schweißtuch nachgeht. Um Authentizität muss sich Eisenbergers Kunst aber ohnehin keine Sorgen machen. Die stellt sich automatisch ein -in der rohen Direktheit, mit der hier Natürliches in Künstlerisches und Künstlerisches in Natürliches integriert wird.

Auch die im Untergeschoß präsentierte New Yorker Künstlerin K8 Hardy stellt sich dem Authentizitätsproblem. Ein Video zeigt sie unterschiedlichste Outfits -und also Identitäten (!) - durchprobieren. Künstlerischen Ansprüchen im traditionelleren Sinn genügt die queer-feministische Künstlerin, indem sie BHs übereinander stapelt und das Unisex-T-Shirt auf seine Grundform reduziert. Wie sonst? F Künstlerhaus, Graz, bis 18.9.


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