Theater Premieren

Ein Fräuleindrama mit böser Pointe

Lexikon | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Für die bekanntesten Stücke von Ödön von Horváth wurde der Begriff "Fräuleindrama" erfunden. In der Komödie "Zur schönen Aussicht" (1926) kommt das Drama als Farce daher: Ein Fräulein namens Christine platzt in die morbide Belegschaft eines heruntergewirtschafteten Berghotels, dessen Besitzer ihr ein Kind gemacht hat. Um ihn vor den Alimentezahlungen zu bewahren, behaupten sämtliche Gäste, mit Christine ein Verhältnis gehabt zu haben. Im klassischen Fräuleindrama würde sie am Ende ins Wasser gehen; hier gibt's stattdessen eine böse Pointe. Regisseurin Sabine Mitterecker, in Wien zuletzt mit dem Bernhard-Solo "Frost" (2009) erfolgreich, inszeniert das Stück mit Sophie Hutter, Heinz Weixelbraun und Helmut Berger in den Hauptrollen; die freie Produktion (Theater.Punkt) wird auch in Luxemburg gezeigt. WK

Schauspielhaus, Premiere Di 20.00 (bis 9.9.)


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