Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Der deutsche Schauspieler Matthias Brandt spielt derzeit häufig in der Horizontalen. Im Krimi "Morgengrauen" schläft er mit einer Gefängnisdirektorin. In der ARD-Produktion "Männertreu" ist er ein machtbesessener Zeitungsherausgeber, der sich über Schreibtische und Sofas vögelt. So kennt man Brandt gar nicht. Ihm waren eher sinistre Rollen auf den Leib geschrieben; vom Mann, der traumatisiert aus dem Krieg nach Hause kommt, bis zum prügelnden Vater. Brandt ist ein wunderbarer Schauspieler, der das Böse mit schüchterner Zurückhaltung und das biedere Gute mit einer Prise Abgründigkeit darstellt.

Bei seiner neuen Rolle als Verführer kommt der Zuseher nicht umhin, an den Vater des Schauspielers zu denken. Der Bundeskanzler Willy Brandt musste den erotomanen Machtmenschen nicht spielen, er war es. Ihm werden zahllose Affären nachgesagt, für die der Geheimdienst sogar ein Codewort hatte: "Zuführungen". F


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige