Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Elsbeerenblütensirup

Ein regionaler Sirup mit exotischer Süßkraft

Stadtleben | MS | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Südlich von Böheimkirchen befindet sich eine der wenigen Regionen in Europa, wo die seltene Elsbeere (Sorbus torminalis) besonders gut wächst. Dieser Laubbaum aus der Familie der Rosengewächse ist für seine säuerlichen Früchte bekannt, die gerne zu Marmelade, Schnaps und Saft verarbeitet werden. Bereits seit einigen Jahren versucht man in diesem Gebiet mithilfe der Elsbeere sanften Tourismus zu fördern, was dazu geführt hat, eigene Elsbeerenwanderwege zu markieren oder Gasthäuser zu promoten, die Spezialitäten mit Elsbeeren anbieten.

Weniger bekannt ist hingegen die Verarbeitung der Blüten. Nun hat der auf Bioblütensirup spezialisierte Betrieb Green Sheep die Elsbeerenblüte in sein Sortiment aufgenommen. "Wienerwald" heißt der Dicksaft, ist 1:7 verdünnbar und schmeckt, wie soll man sagen, nicht sehr spezifisch. Er hat einen eher fruchtigen Charakter und erinnert leise -wer kennt sie bloß? - an Kriecherl.

Ein kindliches Zuckergoscherl, das das Geschmacksabenteuer scheut, wird jedoch hocherfreut ob des eher neutralen und vor allem süßen Geschmacks sein, der vom Rohrzucker herrührt. Dass man bei diesem Produkt, das auf Regionalität setzt, Zucker verwendet, der vorwiegend aus fernen Ländern stammt, macht stutzig. Längst hat die lang verpönte Zuckerrübe eine Renaissance erlebt. Man hätte auch auf Innovation setzen können; nein, nicht das schreckliche Stevia ist gemeint, sondern das ausgesprochen interessante Xylit -ein Zuckerstoff, der aus Holz oder Maisspindeln gewonnen wird.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige