Am Ende des Tages

Für einen Ex-Matrosen fast schon eine Seemannskneipe: das Café Sabine in Floridsdorf

TSCHOCHERL-REPORT: ARTHUR FÜRNHAMMER FOTO: MARIO LANG | Stadtleben | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Wie legt man es am besten an: mit dem Kapital der Jugend vernünftig und rücksichtsvoll umgehen, damit am Ende Kräfte für ein würdevolles Leben bleiben. Oder: die Freuden des Lebens ungezügelt auskosten und jeden Tag so genießen, als wäre es der letzte? Am Ende des Tages, wenn die bewegten Jahre, also die, in denen man sich noch bewegen konnte, vorbei sind, geht es wohl immer um eines: befriedigt feststellen zu können, dass man gelebt hat. Oder eben nicht.

Diesbezüglich müssen sich Guggi, der eigentlich Gerhard heißt, und Roland keine Vorwürfe machen. Die beiden Endfünfziger haben das Leben ausgekostet und die Welt gesehen. Sie haben außerdem, wie es der Zufall so will, dreimal geheiratet, sind genauso oft geschieden, haben je vier Bandscheiben-OPs hinter sich und sind beide seit Jahren Stammgäste im Café Sabine im Floridsdorfer Karl-Seitz-Hof.

Roland kennt das Lokal sogar schon seit dessen Eröffnung im Jahr 1981. Zu diesem Zeitpunkt -damals hieß es noch Café Margot - hätte

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