Wo bleibt der Bericht?

Politik | BERICHT: BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Das Gesundheitsministerium gibt sich schweigsam. Das liegt nicht am bevorstehenden Ministerwechsel, sondern an einem brisanten Bericht über die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA), in der 4,7 Millionen Österreicher pflichtversichert sind.

Bereits Mitte März berichtete der Falter über dubiose Zahlungsvorgänge in der AUVA. Mitarbeiter äußerten Zweifel, ob die AUVA-Führung verantwortungsvoll genug mit dem Geld der Versicherten umging. So vergab die AUVA an den Lebensgefährten der AUVA-Chefin Renate Römer einen fragwürdigen Auftrag, der unter der Ausschreibungsgrenze lag und somit direkt vergeben werden konnte.

Außerdem kritisierten Insider die Teilnahme der AUVA-Führung an den Gesundheitsgesprächen am Forum Alpbach im Vorjahr. Die tatsächlichen Kosten von 284.412 Euro hatten die budgetierten Kosten um das Doppelte überstiegen. Einer des Kostentreiber: AUVA-Obfrau Renate Römer -selbst eine gelernte PR-Fachfrau -ließ Inserate mit ihrem eigenen Bild in Zeitungen schalten, obwohl die Pflichtversicherung konkurrenzlos ist. Römer begründete die Investitionen damit, dass man über ein gutes Produkt wie die AUVA informieren müsse.

Für das Gesundheitsministerium waren die gestiegenen Kosten in Alpbach jedenfalls der Grund, die Zahlungen in der Versicherung zu durchleuchten. Mitte Juni hieß es, der entsprechende Bericht sei bis Ende Juni fertig. Seither sind zwei kalte Sommermonate ins Land gezogen, und um den Bericht ist es leise geworden.

Auf Nachfrage des Falter hieß es nun aus dem Gesundheitsministerium: "Der Bericht ist in Fertigstellung. Er müsste in den nächsten Tagen so weit sein." Was seit der gleichen Antwort vor zwei Monaten geschehen sei? "Die gewissenhafte Prüfung dauert so lange", sagt ein Sprecher. Man wolle der AUVA aber ohnehin nichts über die Medien ausrichten. Was mit dem Bericht geschieht, wird wohl erst die neue Ministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) entscheiden. F


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