Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Pop

Rustie: Green Language

Der schottische Musiker Rustie passt in keine Schublade. Seine Stücke sind House, Trance, Hip-Hop und Pop und frönen nicht dem üblichen Tanzmusik-spezifischen Minimalismus, sondern, na ja, dem Maximalismus halt. Der funktioniert am besten mit den Raps von Danny Brown ("Attak") und D Double E ("Up Down"). All das macht Rustie noch nicht zum Enfant terrible der britischen Afterhour-Szene, wie gerne behauptet wird, "Green Language" aber allemal zu einem großartigen zweiten Album. (Warp) NSCH

Pop

Cold Specks: Neuroplasticity

"I Predict a Graceful Expulsion", das Debüt ihrer Band Cold Specks, bescherte der knietief im Blues watenden kanadischen Songwriterin Al Spx unter anderem Zusammenarbeiten mit dem Jazzer Ambrose Akinmusire, dem Elektropopper Moby und den Rock-Avantgardisten Swans; und für Joni Mitchell durfte sie ein Ständchen zum 70er singen. Album Nummer zwei ist etwas rockiger angelegt, bei gleichbleibender Eindringlichkeit ist die Mischung aus Sprödheit und Eingängigkeit hier noch überzeugender. (Mute) GS

Klassik

Genaux/Kermes: Rival Queens

Barocke Roben und Boxhandschuhe: So posieren Vivica Genaux und Simone Kermes auf ihrem neuen Album in Erinnerung an die Barockstarsängerinnen Francesca Cuzzoni und Faustina Bordoni, die ihre Feindseligkeiten sogar offen auf der Bühne austrugen. Dem Publikum gefiel's. Die Sopran-Diven Genaux und Kermes lassen das Drama musikalisch wieder auferstehen und singen, begleitet von der Cappella Gabetta unter Andres Gabetta, Opernarien von Händel, Johann Adolph Hasse oder Nicola Porpora. (Sony) MDA


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