Zimmer mit Aussage

Retro-Chic und guter Zweck: Die Caritas baut gerade ein ehemaliges Pensionistenheim zum Low-Budget-Hotel um. Arbeiten werden dort Asylwerber

Bauvisite: Sibylle Hamann | Stadtleben | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014


Foto: APA/Herbert Neubauer

Foto: APA/Herbert Neubauer

Dieser Ausblick ist in Wien normalerweise ein paar tausend Euro pro Quadratmeter wert. Grünblick, Weitblick. Schaut man geradeaus, dreht sich träge das Riesenrad. Unten rascheln die Blätter der Kastanienbäume im Wind. Manchmal zieht von den Hochschaubahnen des Wurstelpraters ein Wölkchen Gedudel und Gekreische herüber. Aber im Moment zieht es den Blick eher auf den Himmel im Westen: Dort haben sich die Wolkentürme schon dramatisch drohend gelb gefärbt, jeden Moment wird das Gewitter losbrechen.

Meist ist es den Reichen, Schönen und Mächtigen vorbehalten, der Welt aus dieser erhabenen Penthouseperspektive zuzuschauen. Tatsächlich stand hier, in der Laufbergergasse gleich neben der Prater-Hauptallee, früher eine prächtige Jugendstilvilla der Musikerfamilie Harnoncourt. In ein paar Monaten kriegen experimentierfreudige Billigtouristen und Asylwerber diese Perspektive.

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