Getrieben vom Wunsch nach Freiheit

Als rastloser Autorenfilmer und Einzelkämpfer bewies Florian Flicker in fast allen Genres seinen Willen zur Grenzüberschreitung

Feuilleton | NACHRUF: MICHAEL PEKLER | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Am Ende von Florian Flickers letztem Film sieht man, wie ein Mann von einem vernagelten Fenster Holzbretter herunterreißt. Stück für Stück dringt das Sonnenlicht in das Haus, verwandelt sich die schwarze Leinwand in unberührte Natur.

Mit "Grenzgänger", seinem ersten Spielfilm nach zwölf Jahren, inszenierte Florian Flicker eine Dreiecksgeschichte rund um Leidenschaft und Verrat frei nach Karl Schönherr, eine Amour fou in einer schwülen Auenlandschaft. "Im Kammerspiel, in dem wenige Figuren gegenübergestellt werden, entspinnt sich etwas Interessantes, wenn alle eine eigene Welt in sich tragen", meinte Flicker damals im Gespräch. "Nur aus der Einsamkeit heraus entwickelt man diese Sehnsucht, die uns durchs Leben treibt."

Gefangen in einer eigenen Welt, getrieben vom Wunsch nach Freiheit. Vielleicht ist dies der Grund dafür, warum die Menschen in den Filmen von Florian Flicker ständig in Bewegung sind. Bereits in einem seiner ersten Kurzfilme mit dem bezeichnenden Titel "Lebenslauf"


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