Beisl Der steirische Gourmet

Für überzeugte Wiederholungsesser

Steiermark | GASTWIRTSCHAFTSTEST: GÜNTER EICHBERGER | aus FALTER 35/14 vom 27.08.2014

Willkommen auf dem Boden der heimischen kulinarischen Realität. Wir sind im Weißen Kreuz, einem altehrwürdigen Traditionsgasthaus im Univiertel. Die Küche ist neu, das Ambiente nach wie vor unverändert urig und der Speisezettel dementsprechend.

Es gibt eine Hendleinmachsuppe mit Bröselknödel ( € 4,30), für die man gewöhnlich aufs Land fahren muss und an der nichts fehlt außer Majoran. Statt Tafelspitz kommt Beinfleisch ( € 8,90) auf den Tisch - die Zeiten und das Rindfleisch werden härter -, dem bräunlichen Apfelkren mangelt es an Kren, die gerösteten Erdäpfel werden wie in Tirol mit Schinkenspeck aufgefettet.

Die Pilzsauce mit Semmelknödel (€ 8,-) ist suppig, also genau, wie wir sie nicht mögen. Der Hirtenspieß (€ 10,60) war in den Siebzigern beliebter Standard, vielleicht ist er deswegen länger als zuträglich gegrillt.

Stark gewürzt, fest und widerständig präsentiert sich die geröstete Leber ( € 8,-). Im Scherz könnte man fast meinen, dem Schwein sei bei der Mast reichlich Alkohol ins Futter geträufelt worden.

Zum Ausgleich gibt es Weißburgunder von Neumeister und einen tadellosen Apfelstrudel.

Resümee

Wer hier einkehrt, weiß, was ihn erwartet. Er wird es wieder tun. In der Hoffnung auf die Wiederkehr des Immergleichen.

Gastwirtschaft zum Weißen Kreuz Heinrichstraße 67,8010 Graz, Tel. 0316/38 41 18, Mo-Sa 11-24 Uhr, So und Fei nur Reservierungen


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