Für Gott, Kaiser und Marktsegment

Die Dokumentation "Das große Museum" zeigt das Kunsthistorische als Kulturtanker in einer Identitätskrise

Feuilleton | REZENSION: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Mit einem heroischen Kameraschwenk beginnt der dokumentarische Film "Das große Museum", in dessen Zentrum das Kunsthistorische Museum Wien (KHM) steht. Die Linse gleitet adlergleich von der Hofburg über das sogenannte Kaiserforum hinüber zu den kolossalen Bauten des Kunsthistorischen und des Naturhistorischen Museums.

Mit diesen Bildern gibt Regisseur Johannes Holzhausen (Kamera: Joerg Burger, Attila Boa) einen Blickwinkel vor, der das Porträt einer der großen Kulturinstitutionen des Landes bestimmen wird. Das 1891 als Palast der kaiserlichen Sammlungen eröffnete Museum gehört heute der Republik. Wie stehen deren Vertreter zu diesem Erbe?

Ein Nebenstrang erzählt die Geschichte der Restaurierung eines Porträts Maria Theresias, das aus der KHM-Werkstatt in das Büro des Bundespräsidenten geliefert wird. Die protzigen Möbel und Luster in den Präsidialräumen lassen eine Kontinuität zwischen feudaler und demokratischer Selbstdarstellung erkennen. "Die Habsburger sind manchmal schon


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