" ENGEL, TOD, STERBEN, NACHT und so weiter"

Der US-Romancier Stewart O'Nan mutet seinen Figuren einiges zu. Ein Gespräch über den Horror des Alltags, Langzeitehepaare und die Stahlstadt Pittsburgh

Feuilleton | INTERVIEW: KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

There 's no Michelangelo from Pittsburgh", beschwert sich Andy Warhol - mit der Stimme von Lou Reed - in dem Song "Smalltown" über die jegliche künstlerische Aspiration erstickende Atmosphäre der Kleinstadt.

Ganz so schlimm kann's um Pittsburgh aber auch nicht stehen, denn immerhin zählen neben Warhol auch noch die Schriftstellerin Gertrude Stein, der Filmproduzent David O. Selznick oder der Stepptänzer Gene Kelly zu den großen Söhnen bzw. Töchtern der Stadt; und im Jazz wird's zwischen Art Blakey und George Benson, Ray Brown und Erroll Garner sowieso endlos.

Auch Stewart O'Nan wurde in Pittsburgh geboren. Gemeinsam mit Kollegen wie Michael Chabon, Jeffrey Eugenides, Jonathan Frantzen oder Rick Moody zählt der 53-Jährige zu den bedeutendsten Vertretern der mittleren Generation und ist -mit über einem Dutzend Romanen und zwei Sachbüchern - fraglos der produktivste.

Eine Zeit lang wurde O'Nan aufgrund seiner Vorliebe für Horrorstoffe -etwa über eine zum Tod verurteilte Killerin


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