Der Journalist als Alkoholiker und Glückspilz

In "Geschenkt" macht Daniel Glattauer alles genau so, wie es seine Fans erwarten dürfen. Ab damit ins Hauptabendprogramm!

Feuilleton | REZENSION: STEFAN ENDER | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Der Journalist blickt mitunter mit einer Mischung aus Sehnsucht und Neid auf den Romanautor, schlummert doch zwischen zwei Buchdeckeln nicht nur das Versprechen auf eine längerfristige und weiträumigere Wirkung der eigenen Wortarbeit, sondern auch die Verheißung von viel, viel Kohle. Daniel Glattauer hat den Berufswechsel vom Journalisten beim Standard zum Romanautor gewagt und ist dafür mit Millionenauflagen (wie etwa für seinen E-Mail-Roman "Gut gegen Nordwind") und wahrscheinlich auch mit dem einen oder anderen Euro belohnt worden.

Nun hat der österreichische Ex-Journalist einen Roman geschrieben, dessen Protagonist ein österreichischer Journalist ist: In "Geschenkt" - nicht zu früh freuen, das Buch kostet 20,50 Euro -erzählt Glattauer vom bierbegeisterten Passivitätsvirtuosen Gerold Plassek.

Der 43-Jährige werkt mit überschaubarer Initiativkraft beim Gratisblatt Tag für Tag, er hat dort Leserbriefe zu lesen und Kurzmeldungen aus dem Bereich Soziales zu verfassen. Aus dem


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