Der Traum vom Fliegen, der Traum vom Träumen

Mit seinem melancholisch-lichten "Wie der Wind sich hebt" verabschiedet sich Animationsgott Hayao Miyazaki vom Kino


FLUGBEGLEITUNG: KLAUS NÜCHTERN
Feuilleton | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Alles Gute kommt von oben, alles Schlimme ebenfalls. Im Schaffen des heute 73-jährigen Hayao Miya zaki, der 1985 das legendäre Anime-Studio Ghibli mitbegründete, spielen Flugzeuge und Flugmaschinen eine tragende Rolle: "Porco Rosso" (1992) ist ein echter Fliegerfilm, und auch in "Nausicaä aus dem Tal der Winde" (1984) hat die Titelheldin die eine oder andere Luftschlacht zu bestehen.

Diese Anime-Aeroplane verschaffen einerseits einen Zugewinn an Souveränität und Freiheit und bringen andererseits den Tod -eine Ambivalenz, die auch gleich zu Beginn von Miyazakis jüngstem und, angekündigtermaßen, letztem Film noch einmal aufs Eindringlichste ins Bild gesetzt.

Jiro klettert auf den First des Hauses und fliegt mit dem dort geparkten vogelähnlichen Flugzeug synchron mit der aufgehenden Sonne über Felder, Flüsse und Häuser, deren Einwohner ihm begeistert zuwinken, ehe mit dem Auftauchen eines unheilvollen Luftschiffs über ihm der Wunsch-in den Albtraum kippt und Jiro erwacht.

Auf die

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