Doris Knecht Selbstversuch

Dann müssen wir es leider melden

Falter & Meinung | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Bevor Sie es von jemand anderem erfahren: Ich habe im Urlaub mein Kind getreten. Es geschah im Affekt und war kein Tritt im eigentlichen Sinn: Zwei meiner Zechen streiften zart ein jugendliches Schienbein und hinterließen keinerlei Spuren, keinen Schmerz, nichts außer beiderseitigem Schrecken. Dennoch habe ich im Urlaub mein Kind getreten, und ich schäme mich sehr.

Das Kind hat mich allerdings böse erschreckt, mit Vorsatz. Wenn ich verträumt im Bikini am Ufer stehe, den Ozean fotografiere und dabei warme, sonnige Gefühle fühle, soll man mich nicht jählings nass und kalt von hinten umarmen. Immer schon sage ich meiner Familie: Nicht erschreckts mich. Tuts das bitte ja nicht. Wenn man mich erschreckt, neige ich zu kopflosen, exzentrischen Reaktionen, für die ich, immer wieder sage ich das, nicht verantwortlich zu machen bin. Wer mich erschreckt, muss mit schlimmen Überraschungen rechnen. Das Kind, das mich nun schon zwölf Jahre kennt und infolge derartiger Aktionen bereits zahlreich


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