Weißwurstkochen als Akademikertraining: Erlebnisse einer Hospitantin

Feuilleton | VERONIKA KRENN | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Ein reichhaltiges Frühstück, mit Früchten, Käse, Brot und einer heißen Schale Kaffee: Das rund 30-köpfige Theaterensemble hat gesunden Appetit. Regiehospitantin Anna hat, so der Hausbrauch, frühmorgens den Einkauf erledigt und das Geld dafür vorgestreckt. Vom Ensemble soll sie "Spenden" dafür einholen. Da die Beiträge aber nur zaghaft zu ihr zurückfließen, fasst sie sich am Ende der achtwöchigen Probenzeit schließlich ein Herz: Sie bittet den Regisseur (und Intendanten) darum. Dieser delegiert die Angelegenheit an sein Büro, so kommt Anna doch noch zu ihrem Geld.

Als die junge Akademikerin die Zusage bekam, an einem der führenden Theaterhäuser im deutschsprachigen Raum arbeiten zu können, glaubte sie sich am Ziel angelangt. Plötzlich war eine Tür zur Welt der Größten des Fachs offen. Ihren Bachelor hat Anna ein halbes Jahr davor absolviert: Theater-, Film-und Medienwissenschaft.

Es war kein leichter Weg dahin. Nach den ersten beiden Studienjahren wurde ihr, aufgrund


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