Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

In der neuen RTL-Sendung "Was wäre wenn?" bekommen Lieblinge des gehobenen Nischenfernsehens eine große Bühne. Katrin Bauerfeind kennt man als gewiefte Interviewerin auf ZDFkultur, Jan Böhmermann machte sich auf ZDFneo als schlagfertiger Talkshowmoderator einen Namen. "Was wäre wenn?" dekliniert das ganze Arsenal brachialer Satiretechniken durch: versteckte Kameras und Telefonstreiche, grüne Politikerinnen verarschen und mit einem Hitler-Bärtchen durch die Innenstadt laufen. Zum Lachen sind die auf eine Fernsehcouch drapierten Moderatoren und ihre Einsätze dennoch nicht. Warum ist das so?

Die Satiriker können gut quasseln, greifen aber selten auf die Basics der Komödie zurück. Dazu gehört das Nachahmen von Stimmen und Tieren, wie es etwa Otto Waalkes beherrscht. Bevor die Diskurskomiker also das nächste Mal als Hitler unterwegs sind, sollten sie bei einer hinkenden und heiseren Krähe in die Schule gehen. F


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